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Bildungschancen

Bildungschancen

Was heißt hier erblich?

„Die absolute Intelligenz eines Menschen lässt sich aber gar nicht messen. Für eine seriöse Erblichkeitsschätzung kann man nur die relativen Unterschiede innerhalb einer Gruppe vergleichen. Der statistische Fachausdruck hierfür ist »Varianz«, und in diese Größe geht – vereinfacht gesprochen – die Abweichung jeder einzelnen Person vom Durchschnittswert ein. Nichts anderes gibt der Intelligenzquotient (IQ) an.“

„Eine sehr hohe Intelligenz ist das Ergebnis glücklicher Zufälle bei der Bildung von Eizellen und Spermien sowie der Befruchtung. Deshalb ist das Kind hochintelligenter Eltern mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger intelligent als diese. Diese »Tendenz zur Mitte« findet sich aber auch auf der anderen Seite der Intelligenzskala.“
Eine sehr gut aufbereitete Abhandlung zum schwierigen Kapitel Intelligenz, Anlage und Umwelt.

Elisabeth Stern in ZEIT online. Stand: 05.09.10

Soziale Auslese und Bildungsreform

„In einer Hinsicht nämlich ist das wegen schlechter Lernergebnisse kritisierte deutsche Schulwesen ziemlich "erfolgreich": Es gelingt ihm nahezu perfekt, gesellschaftliche Ungleichheit in Bildungsungleichheit zu übersetzen und die Vererbung sozialer Privilegien zu legitimieren, indem Schulerfolg als Resultat individueller Leistung und Begabung erscheint.“

„Also fragen wir uns, Politiker und Wissenschaftler: Wer will eigentlich mehr Chancengleichheit im Bildungswesen? Von seinem aktuellen Zustand profitiert schließlich unsere soziale Klasse. Wollen wir unseren Kindern und Enkelkindern tatsächlich die vermehrte Konkurrenz von "denen da unten" zumuten?“

Wolfgang Böttcher, bpb. Stand 05.09.10

Die Jungenfalle

„Männliche Jugendliche werden in der Schule abgehängt, heißt es. Forscher warnen vor falschen Schlüssen.“

Nicht die Jungen sind benachteiligt, sondern die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. mal wieder gilt: man muss das Ganze differenzierter sehen.
Von Anja Kühne | © ZEIT ONLINE. Gefunden am 3.6.2009

Was hilft den Jungen?

Die Bildungsexperten Hannelore Faulstich-Wieland und Klaus Hurrelmann streiten über die richtigen Förderkonzepte.
Meines Erachtens ein Punktsieg für Frau Faulstich-Wieland, weil sie mehr Faktenwissen zeigt.
Gefunden in der zeit.de. Stand 14.08.10

Gutachten zur sonderpädagogischen Förderung in Bremen

„Nichtbehinderte Schüler/innen werden im GU (gemeinsamen Unterricht) ihren Leistungen nicht beeinträchtigt . Sie haben sogar ein positiveres Leistungsselbstkonzept und ein höheres SelbstwertHerkunftgefühl als die Schüler/innen in den Parallelklassen, und sie dürften erhebliche soziale Kompetenzen im alltäglichen Umgang erwerben. Erklärt wird dies mit binnendifferenzierenden individualisierendem und sozial integrativem Unterricht und Schulleben.“

Klaus Klemm, Ulf Preuss-Lausitz im Auftrage der Senatorin für Bildung und Wissenschaft.

Intelligenz: Erblichkeit und Umweltbedingtheit —
ein altes Problem in neuer Sicht.

Bernhard Hassenstein hat das Zusammenwirkung von Anlage und Umwelt differenziert und wissenschaftlich korrekt dargestellt. Zitat:

„Bisher vertretene unrichtige Aussage

Die IQ-Unterschiede zwischen Menschen sind zu 80% durch ihr Erbgut und zu 20% durch die Umwelt bedingt.

Korrigierte Aussage

Von den genetischen Anlagen der menschlichen Intelligenz werden im derzeitigen Bildungswesen 67% verwirklicht, und 33% bleiben unentwickelt.“

Stand: 05.09.10

Entkopplung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg

Video: Andreas Schleicher, OECD. Stand 05.09.10

Bildungsnotstand in Deutschland

Video: Die soziale Herkunft ist entscheidend. zdf, Oktober 2008. Stand 05.09.10

Geschlecht

„Bei der jüngeren Generation gibt es hinsichtlich des Bildungsgrades kaum noch Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Allerdings sind Frauen bei den höheren Universitätsabschlüssen, wie Promotionen und Habilitationen, deutlich unterrepräsentiert.“

Schader-Stiftung.

„Seit den 60er Jahren ist Bewegung ins deutsche Bildungssystem gekommen. Die Bildungsexpansion hat die Bildungschancen für alle Schichten erhöht, aber zu einem Abbau der Chancenunterschiede zwischen den Schichten ist es kaum gekommen. Auffällig sind in dieser Hinsicht auch die großen Unterschiede zwischen den Bundesländern sowie die schlechteren Aussichten für Kinder mit Migrationshintergrund.“

Soziale Ungleichheit im Kindes- und Jugendalter

„Armut erhöht in allen sozialen Herkunftsklassen und unabhängig vom Familienklima das Risiko, nicht über die Hauptschule hinaus zu gelangen. Entsprechend addieren sich die negativen Effekte, wenn Risikolagen kumulieren.“ Olaf Groh-Samberg / Matthias Grundmann, Bundeszentrale für politische Bildung.

Das Land der Dichter und Denker verspielt seine Zukunft

Video über Chancen-Ungleichheit. Nur in Bulgarien und Rumänien ist es noch schlimmer. Einzelne Schulversuche zeigen, dass es anders sein könnte. Doch in Deutschland wird viel geredet und wenig getan. Stand: 23.08.10