Vita

Mein Name ist Dr. Uwe Wiest. Ich bin Jahrgang 1942. Meine Mutter stammt aus Nordenham, mein Vater aus Stuttgart. Ich bin sozusagen Delmenhorster mit Migrationshntergrund. :)

Geboren und aufgewachsen in Bad Oldesloe an der Trave, der bedeutendsten Stadt zwischen Hamburg und Lü­beck :). Konfirmiert vom Vater des späteren Ministers Gerhard Stoltenberg. 1961 Abitur am Theodor-Mommsen-Gymnasium. Es waren fachlich hochkarätige und zum Teil zum Teil rührend- warmherzige Lehrkräfte, die mich unterrichteten und förderten.

An der Hamburger Uni habe ich Psychologie studiert. Ich war ein begeisterter und begeisterungsfähiger Student. Meine Hochschullehrerinnen und -lehrer (Hofstätter, Lienert, Cohen, Tack, Wendt, besonders Kerekjarto und beide Tauschs) haben mich fasziniert – und wie.

Eine mentaler Leckerbissen waren die Vorlesungen von Carl Friedrich von Weizsäcker über Kosmogonie.

Meine Kolleginnen und Kollegen sagten später oft zu mir „Also, was du aus deinem Studium für Honig gesogen hast ...“

Auf der anderen Seite war ich zeitweise persönlich und finanziell in einer schwierigen Lage. Prüfungsangst und Selbst­behauptung am falschen Platz standen mir manchmal im Wege. Ich hatte oft die Befürchtung, abzustürzen. Dann ging die Tür zum Leben auf: ich hatte das Diplom, die Promotion und eine wunderbare Aufgabe im Bremer Schulwesen. Wenn man so will, der umgekehrte "Goldene Reiter".

Und die richtige Frau gefunden. Meine Heirat mit Brigitte Pfalzgraf war ein Segen. Ja, sie hatte den Nerv, mit mir die Ehe einzugehen. Wir sind unterschiedlich, davon profitieren wir, und wir einigen uns immer. Sie lacht so wunderbar. Was meine Sportlehrer nicht geschafft haben, sie hat mir das Schwimmen beigebracht.

Mit dem sicheren Beamtenstatus im Rücken wurde ich immer freier, konnte referieren, habe gern in der Menge gebadet und meinen Humor voll ausgefahren.


Ich war begeisterter Diagnostiker, Familientherapeut, Baumzeichnungs-Deuter, Supervisor für Lehrerkollegien und Schulleitungen, ich habe in einem Team Beratungslehrkräfte fortgebildet, ich habe Tests entwickelt – und mittags bin ich immer essen gegangen. Dieses Butterbrot-Beamtenleben mochte ich nie. Schon als Student in Hamburg habe ich mir nach dem Besuch der Mensa bei Café Neumann immer einen Sahnebaisser gegönnt.

Das Leiten von Kolleginnen und Kollegen war nicht immer erfreulich und hat zeitweise an meiner Seele genagt. Auch Sitzungen taten manchmal weh – wenn zu viel und mit wenig Substanz geredet wurde. Ein Ausweg war gelegentlich, die Leute zum Lachen zu bringen. Wermutstropfen gehören zu einer ansonsten befriedigenden Berufs­tätigkeit. Das Gute wird erst durch den Kontrast richtig schön.

Ich habe einiges veröffentlicht: zwei Bücher, mehrere Artikel. Ich habe immer gern geschrie­ben. Im Schulpsychologischen Dienst hieß es: „Ach, Uwe hat wieder eine Vorlage gemacht.“ Deshalb unterhalte ich auch diese Webseite. Das macht einfach Spaß.

Im übrigen habe ich jede Möglichkeit genutzt, mich fortzubilden. Aus purer Neugier. Mir geht das heute noch so: wenn ich ein Buch lese mit interessanten Gedankengängen, lese ich es drei Mal und begeistere mich.

Jetzt bin ich Pensionär und habe mit einem Kollegen eine Bürogemeinschaft. Dr. Rolf Möhlenbrock und sein Team fördern Schülerinnen mit geringen Chancen auf einen Einstieg ins Berufsleben, ich übernehme in einigen Fällen die Diagnostik. Ansonsten berate ich Berufstätige, Pädagoginnen und Menschen in Leitungspositionen, die neue Denkanstöße wollen.

Hobbies? Chorsänger, Tenor, einmal weltlich (TeuTONia Delmenhorst), einmal geistlich (evangelischer Stadtchor Delmenhorst). Mein Sohn hat mich von windows abgeworben, ich freue mich an der üppigen gut funktionierenden Welt von ubuntu-linux. Ach ja, ich schreibe gern skurrile Gedichte für Hochzeiten, Geburtstage und Jubiläen.

Meine Enkelin Finja (knapp zwei Jahre) redet wie ein Buch, singt, lacht. Im Augenblick ist ihr Standardsatz: „Opa, helfe“. Wenn sie „Lumpi“ sagt, wissen wir, sie führt etwas im Schilde. :)

06.08.11