
|
Täglich mindestens 10 Minuten Schreiben ohne Pause, alles was einem in den Sinn kommt. Am nächsten Tag wieder durchlesen oder auch später. Schreiben mit Stift in einem Tagebuch oder mit Tastatur in eine passwortgeschützte PC-Datei.
Um Distanz zu eigenen Gedanken zu bekommen. Um sich frei zu
äußern, ohne von anderen oder auch von sich selber bewertet zu
werden. Man kann dann auch unausgegorene oder unsympathische Gedanken
formulieren, weil das Tagebuch geschĂĽtzt ist. Man belĂĽgt sozusagen
andere oder sich selber weniger. Manche Gedanken wollen einfach ins Freie. Wenn man sie nicht lässt, machen sie schlechte Gefühle, lassen einen zumindest nicht los und kehren immer wieder. Auch zu unpassenden Zeiten, sie hindern einen beim Einschlafen oder man kommt frühmorgens nicht zur Ruhe. Oder man redet auf Leute ein, wobei es mehr darauf ankommt, seine Gedanken los zu werden und eine Rückmeldung zu erhalten, wobei dann aber Wertungen ausgesetzt ist, zum Beispiel ungebetenen Ratschlägen – und unter Umständen nervt es andere, weil das Gespräch so einseitig ist. Hat man Gedanken, die mit Angst, Ärger oder Traurigkeit begleitet sind, zum Beispiel Gedanken, mit denen man sich immer wieder rechtfertigt, aber diese Rechtfertigung aber selber nicht richtig glaubt, so lassen diese Gefühle durch das Schreiben nach (Desensibilisierung). Das ist derselbe Effekt, den man in einer guten Psychotherapie erlebt.
Das Tagebuch dient auch dazu, Vorhaben zu begleiten.
Willst du ein bestimmtes Ziel erreichen? Willst du dir etwas angewöhnen? Willst du dir etwas abgewöhnen?
Was hat sich bewährt, was nicht? Welche Gedanken und Gefühle haben dich beschäftigt? Hast du heute etwas für dich gelernt? Wie willst du weiter vorgehen?
|